Der Projektfortschritt im Überblick
Das Forschungsprojekt DeepStor umfasst eine Reihe aufeinander abgestimmter Arbeitsschritte, die sowohl wissenschaftlich als auch technisch anspruchsvoll sind. Alle Maßnahmen, von der Errichtung hydrogeologischer Monitoringinfrastruktur über detaillierte geophysikalische Charakterisierungen bis hin zur geplanten Explorationsbohrung, werden datenbasiert geplant, dokumentiert und evaluiert. Das Ziel des Forschungsprojekts besteht in der präzisen Erfassung der Eigenschaften potenzieller Tiefenspeicherformationen am Campus Nord des KIT sowie in einer wissenschaftlich fundierten Bewertung ihrer Eignung für die Hochtemperatur-Wärmespeicherung (HT-ATES). Im Folgenden wird ein Überblick über den aktuellen Projektstand, zentrale Meilensteine und laufende Forschungsaktivitäten gegeben.

2026/01: Installation der Standrohre erfolgreich abgeschlossen
Abschluss der Standrohr-Installationsarbeiten
Nach einer kurzen, durch den Untergrund bedingten Verzögerung wurde die Installation der Standrohre (conductor pipes) am Montag, dem 19. Januar 2026, erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Abschluss der vorbereitenden Maßnahmen ist ein wesentlicher technischer Meilenstein hinsichtlich der weiteren Umsetzung der DeepStor-Explorationsbohrung erreicht.
Wir möchten uns bei allen Beteiligten für ihr Verständnis und ihre Geduld bedanken.
2026/01: Setzen der Standrohre
Ausführung der Standrohr-Installation
Im Zuge der Vorbereitungen für die DeepStor-Explorationsbohrung erfolgt die Installation der Standrohre (conductor pipes) durch den Dienstleister Wagenborg Foxdrill. Die Verwendung dieser großdimensionierten Stahlrohre dient der Stabilisierung des oberen Bohrlochabschnitts und ist wichtig für den Schutz des Grundwassers sowie die sichere Durchführung der nachfolgenden Bohrarbeiten. Das hydraulische Hammer-Rammverfahren ist ein umweltfreundliches Installationsverfahren, das im Vergleich zu herkömmlichen Bohr- und Zementierverfahren eine effiziente Lösung bietet.
Die Standrohre werden aus normgerechten Stahlrohren gefertigt und in einzelnen Abschnitten verbaut. Die einzelnen Rohrsegmente werden vor Ort positioniert, präzise ausgerichtet und durch voll durchgeschweißte Verbindungen verlängert. Zur Sicherstellung der vertikalen Ausrichtung kommt ein spezielles Führungssystem mit Rollenführungen zum Einsatz. Die geometrische Kontrolle erfolgt kontinuierlich durch den Einsatz vermessungstechnischer Verfahren.
Das gewählte Rammverfahren zeichnet sich durch eine kurze Bauzeit, eine geringe Vorbereitung des Standorts sowie eine gute hydraulische Abdichtung zwischen Rohr und umgebendem Boden aus. Die geplanten Bauarbeiten sind für Mitte Januar 2026 vorgesehen. Während der Installation kann es temporär zu erhöhten Geräuschpegeln und Bodenschwingungen kommen. Diese sind jedoch zeitlich begrenzt und werden im Rahmen des projektbegleitenden Monitorings überwacht.
2025/12: Vorbereitungen für das Setzen der Standrohre
2025/11: Einrichtung der Grundwassermessstellen
Aufbau eines Messnetzes für das Grundwasser-Monitoring
Im Rahmen der Vorbereitungen für die DeepStor-Explorationsbohrung werden derzeit (November / Dezember 2025) neue Grundwassermessstellen für den Grundwasserschutz gebohrt. Diese Messstellen stellen einen zentralen Bestandteil des umfassenden Umwelt- und Sicherheitskonzepts des Projekts dar. Die kontinuierliche Überwachung des lokalen Grundwassers ermöglicht die frühzeitige Erkennung und Bewertung von Veränderungen.
Die Einrichtung sowie der Betrieb eines Grundwasser-Monitorings ist mit sieben Messstellen geplant. Im Anschluss an die Fertigstellung erfolgen Strömungstests sowie die Entnahme von Grundwasserproben zur Bestimmung der natürlichen Ausgangszusammensetzung der erbohrten Grundwässer – die sogenannte Nullmessung. Die Erstanalysen werden in einem nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Prüflabor durchgeführt, um eine hohe Qualität und Vergleichbarkeit der Daten sicherzustellen. Für die kontinuierliche Beobachtung werden in den Filterbereichen der Messstellen Sonden installiert, die Messdaten bezüglich Temperatur und elektrischer Leitfähigkeit als Indikatoren für Einträge erfassen. Zusätzlich finden regelmäßig Probenahmen und Analysen statt, um Veränderungen zuverlässig dokumentieren zu können.
Die Zulassung des Grundwasser-Monitoringkonzepts erfolgte in einem eigenständigen wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren. Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass alle Maßnahmen wissenschaftlichen und regulatorischen Anforderungen entsprechen. Zugleich wird eine Datengrundlage für die weitere Entwicklung des DeepStor-Projekts geschaffen.
2025/10: DeepStor-1 | Genehmigung des Hauptbetriebsplans
Hauptbetriebsplan DeepStor-1 genehmigt
Am Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wurde mit der Genehmigung des Hauptbetriebsplans für die Explorationsbohrung DeepStor-1 die Grundlage für die Weiterentwicklung moderner geothermischer Wärmespeichertechnologien geschaffen. Im Rahmen des Projekts DeepStor wird die Erforschung der effizienten Speicherung überschüssiger Wärme aus dem Sommer im tiefen Untergrund sowie ihrer klimafreundlichen Bereitstellung im Winter angestrebt. Grundlage dafür sollen zunächst die Daten aus einer rund 1.400 Meter tiefen Bohrung am Campus Nord liefern, bei der etwa 700 Meter Gestein als Bohrkern gewonnen und anschließend untersucht werden. Die Analysen dieser Bohrkerne sollen Aufschluss über die Eigenschaften der verschiedenen geologischen Formationen geben.
Die nächsten Schritte umfassen die Vorbereitung des Bohrplatzes, erste Bauarbeiten in der Peripherie im Herbst 2025 sowie das Einbringen von Standrohre (conductor pipes) zum Schutz des Grundwassers. Die eigentliche Bohrung ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Ein engmaschiges seismisches Monitoring – bestehend aus Seismometern, Erschütterungsmessgeräten, Raspberry Shakes und Glasfaser-DAS – sorgt zusätzlich für Sicherheit und Transparenz. Ein Ampelsystem stellt sicher, dass ungewöhnliche Bodenschwingungen sofort erkannt, bewertet und kommuniziert werden.





